Das Archiv des Hauses
Diese Dokumente wurden uns gesondert übergeben, aus der Hand der Witwe des früheren Eigentümers. Es ist nicht die Schachtel eines Privatmanns, sondern eine Kanzleiakte — jene, die die Kanzlei in Livry unter dem Namen der Sache führte —, und wenn sie zu uns gelangt ist, dann weil Bernard Helleboid Notar war.
Wir zeigen sie hier so, wie sie sind, mit ihrem vergilbten Papier und ihren Rissen.
Freihändig zu verkaufen, Kanzlei von Me Berthier
Die Kanzlei von Maître Berthier, Notar in Livry, lässt eine Anzeige für einen freihändigen Verkauf drucken. Diesmal geht es nicht mehr darum zu pfänden, sondern zu verführen — und der Notar entfaltet das vollständige Inventar eines Herrenhauses.
Im Erdgeschoss — ein Vestibül mit steinerner Treppe und schmiedeeisernem Geländer; links Arbeitszimmer, Billardzimmer, Salon; rechts ein schönes normannisches Esszimmer, Anrichte, Küche, Waschküche, Milchkammer.
Im ersten Stock — sieben Schlafzimmer, Badezimmer, Wäschekammer.
Im zweiten — sechs Mansarden, davon zwei mit Feuerstelle.
Die Nebengebäude — ein großer Stall für acht Pferde; eine Remise, groß genug, um in drei geteilt zu werden; ein Speicher, der zehn- bis zwölftausend Ballen Heu fassen kann; ein Gewächshaus mit Heizungsanlage; eine Kelter „in einwandfreiem Zustand“; eine Apfelkammer; ein Keller für fünfzehn Fässer.
Ringsherum — ein Brunnen, ein Geflügelhof, ein Ehrenhof nach französischer Art, ein vollständig von Mauern umschlossener Gemüsegarten, ein Park von viereinhalb Hektar, bepflanzt mit „sehr schönen Tannen“. Und, rings um das Haus, fünfunddreißig Hektar Weideland, gespeist vom Wasser des Teichs, davon vier mit Apfelbäumen bepflanzt.
Die Anzeige stellt fest, dass das Haus „völlig neu“ ist, dass die Parkettböden fast alle aus Eiche sind und dass das Dach in gutem Zustand ist.
Besitzübergang: am 25. Dezember 1926.
Verkauf nach Umwandlung einer Immobilienpfändung, 19. März 1937
Groß, schwarz auf gelbem Papier gedruckt vom Courrier du Bessin. Sein erstes Wort ist VENTE; darunter, kleiner: sur conversion de saisie immobilière RINUY.
Freitag, 19. März 1937, dreizehn Uhr dreißig genau, Versteigerungssaal des Zivilgerichts von Bayeux, rue de la Chaîne.
Gepfändet — Hippolyte-Hyacinthe-Célestin Rinuy und Lucien-Hippolyte-Hyacinthe-Célestin Rinuy, mit Berthe-Jeanne-Hélyacine Bordeux, seiner Ehefrau, die gemeinsam in Orbois wohnen.
Betreibende — Eugène Besnard, Eigentümer in Caumont-l'Éventé, und Jacques-Désiré Lepoultier, Eigentümer in Livry.
Das Anwesen trägt dort seinen Namen ausgeschrieben: „Domaine du Château du Bû ou du Bel“.
Erstes Los — das Haus: Küche, Anrichte, Esszimmer, Vestibül, großes Esszimmer, Arbeitszimmer und Salon; sieben Schlafzimmer im ersten Stock; Mansarden und Speicher im zweiten. Dann die Gebäude vor und hinter dem Schloss, der große Hof, der Garten. Auf der Weide, die herbage du Bû genannt wird, steht ein großer, mit Schiefer gedeckter Steinbau, „genannt das alte Château du Bû“, mit einem großen Keller im Erdgeschoss, in dem sich ein ancien pressoir à tour befindet.
Zweites Los — ein Stück Land und eine in Betrieb stehende Grube namens „Le Champ Baucher“.
Die Angrenzungen, wie das Plakat sie angibt:
- Westen die Straße nach Orbois und M. Flaust
- Norden die Straße von Caumont-l'Éventé nach Caen und M. Saint-Martin
- Osten M. Saint-Martin und die Erben Brazil
- Süden der Feldweg namens rue David und M. Dubourg
Fläche — ein zusammenhängendes Stück von 35 hectares 60 ares 60 centiares nach dem Kataster, aber von 31 hectares 45 ares 61 centiares nach den Urkunden. Beide Zahlen stehen auf dem Plakat, eine unter der anderen, ohne dass jemand versucht hätte, sie in Einklang zu bringen.
Ausrufpreise — erstes Los, 220 000 Franc; zweites Los, 30 000 Franc.
Dieses Plakat existiert in unserem Archiv in zwei Formaten: das große gelbe Plakat und eine verkleinerte, gerahmte Fassung.
Die Pläne des Vermessers
Für den Verkauf von 1937 erstellt der Vermessungsingenieur E. Avias, place Saint-Sauveur in Caen, zwei Pläne.
Der erste, die Katasterbezeichnung im Maßstab 1:2500, trägt die beiden Gemeinden ausgeschrieben — „Commune de Hottot-les-Bagues Section C“ und „Commune d'Orbois Section A“. Der Vermesser übernimmt darauf einen Verlauf, den das napoleonische Kataster schon 1831 trug: die Grenze durchquert das Anwesen, und das Hauptgebäude mit ihm. Hundertsechs Jahre später hatte sich nichts bewegt.
Der zweite, die Aufnahme des vermessenen Teils im Maßstab 1:1000, geht ins Detail: das Hauptgebäude, drei Nebengebäude, die Einfriedungen, die Hecken aus Pfaffenhütchen, die Parzellennummern — und den Teich.
Ein Detail verdient festgehalten zu werden, weil es für alte Quellen bezeichnend ist: der Plan schreibt „Château du Bus“. Das Plakat desselben Verkaufs schreibt „du Bû ou du Bel“, das Kataster von 1831 schrieb „du Bûs“. Die Schreibweise schwankt von einem Stück zum anderen, und dieses Schwanken gehört zur Akte.