1944 — was wir wissen, was wir suchen
Ein im Sommer 1944 in der Normandie beschädigtes Haus ist nichts Außergewöhnliches. Außergewöhnlicher ist, genau sagen zu können, was dort geschehen ist — und das können wir noch nicht.
Der Sektor war heftig umkämpft, und das Haus trägt die Spuren davon
Die im Geschichtsraum des Anwesens aufbewahrten Fotografien zeigen das Hauptgebäude mit eingestürztem Dach, einen auf seine Mauern reduzierten Flügel, die aufgerissene Ecke des Schlosses, Steine und Blech in einem eingestürzten Raum.
Auf einer von ihnen steht mitten im Schutt die schmiedeeiserne Treppe noch immer — eben jene, die der Notar von 1926 elf Jahre zuvor in der ersten Zeile seiner Anzeige beschrieb.
Fotografien, aufbewahrt im Geschichtsraum des Anwesens.
Das Haus war von der deutschen Armee besetzt
Seine Lage im Bocage eignete sich für die Beobachtung und die Unterbringung von Offizieren. Das ist es, was wir mit Vorsicht sagen können, und mehr nicht.
Welche Einheit, zu welchen Daten, zu welchem Zweck
Was wir noch nicht sagen können und nicht sagen werden, solange die Archive es nicht belegt haben: welche Einheit genau, zu welchen Daten und zu welchem genauen Zweck. In der Region kursieren Erzählungen. Eine Erzählung ist kein Beweis.
Wir führen die Recherche an drei Fronten.
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Die Luftbilder
Die alliierten Aufklärungsflüge haben diesen Sektor im Lauf des Sommers 1944 mehrfach fotografiert. Wir haben die Aufnahmen vom Juni geprüft und suchen die der folgenden Wochen: sie sind es, die eine Besetzung zeigen würden — Fahrzeuge, Spuren, Einrichtungen.
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Die Militärarchive
Kriegstagebücher, Berichte, Vernehmungen: die Dokumente beider Seiten existieren, verstreut über mehrere Länder.
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Die Kriegsschäden
Nach dem Krieg hat jeder geschädigte Eigentümer bei der Verwaltung eine Akte eingereicht. Die dieses Hauses würde, falls sie erhalten ist, die Schäden Raum für Raum beschreiben.
Eine Regel, die wir uns gegeben haben
Erzählungen kursieren, hier wie in allen Dörfern des Bocage. Manche sind schön. Wir werden sie nicht auf diese Seite schreiben, solange kein Dokument sie bestätigt hat — denn die Geschichte eines Hauses lässt sich, einmal gedruckt, nur sehr schwer korrigieren.
An dem Tag, an dem wir es wissen, werden wir es hier schreiben.